Emissionen der Industrie, von Kraftwerken und Müllverbrennungsanlagen sind durch Genehmigungsverfahren geregelt. Die Durchsetzung strengerer Umweltgesetzte für industrielle Emissionen hat zu deutlichen Reduzierung von Emissions geführt, sie tragen aber weiterhin signifikant zum grenzüberschreitenden Transport von Schadstoffen bei.
 
Luftverschmutzung legt große Entfernungen zurück: Sahara Sand von der Afrikanischen Küste trägt zur Hintergrundbelastung von PM in Europa bei.
Reduzieren von Emissionen

Wenn man sich mit der lokalen Luftqualität beschäftigt, ist der Verkehr die Quelle, mit der man sich befassen muss. Die Lösung von lokalen Problemen kann man durch Emissionsreduzierung mittels sauberer Fahrzeuge und durch eine Reduzierung des Verkehrs, z. B. durch die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, erreichen. Lokale Probleme können auch durch Planungsmaßnahmen, wie die Umleitung von Verkehrsströmen, durch die Vermeidung von lokalen hot-spots oder durch die Schaffung von Wohnraum abseits von Straßen erreicht werden. Obwohl dieses die Belastung der Bevölkerung mit hohen Schadstoffkonzentrationen reduziert, verbessern solche Maßnahmen nicht die Luftqualität.

Verkehr erzeugt auch Lärmbelastung. Die gebräuchlichen Lärmschutzwände an den Straßenrändern verwandeln Straßen in kleine  Kamine , die zu einer etwas besseren Durchmischung und damit zu geringeren Schadstoffkonzentrationen im Nahbereich von Straßen führen kann. Abgesehen von alternativen Kraftstoffen und saubereren Fahrzeugen können Maßnahmen, die die Schadstoffbelastung reduzieren zu einem Teil auch die Lärmbelastung vermindern. Diese Maßnahmen umfassen einen besseren Verkehrsfluss, die Reduzierung der Geschwindigkeit, Zufahrtsbeschränkungen, die Förderung von Elektro/Hybrid-Fahrzeugen sowie eine Verlagerung auf den öffentlichen Nahverkehr oder das Fahrrad.

Der Versuch, die Bürger zum Verzicht auf das Auto zu bewegen, scheint eine offensichtliche Lösung zu sein. Untersuchungen haben gezeigt, dass in Europa die Hälfte aller Fahrten mit dem Auto kürzer als drei Kilometer sind, und dass eine von acht Fahrten kürzer als 500 Meter ist. Das legt den Schluss nahe, dass diese Strecken auf andere Weise zurückgelegt werden können und dabei die Anzahl der Autos auf den Straßen reduziert werden kann. Es bedeutet auch, dass diese Fahrten mit besonders hohen Emissionen verbunden sind: Die Katalysatoren in modernen Fahrzeugen arbeiten erst nach einigen Kilometern mit voller Leistung.

Industrielle Luftverschmutzung ist ein Gebiet, das nicht vernachlässigt werden darf, obwohl der Einfluss auf die lokale Luftqualität eher gering ist. Besonders bei Partikeln sind die lokalen Behörden oft mit sehr hohen Hintergrundbelastungen konfrontiert, die nicht mit lokalen Quellen in Zusammenhang stehen. Diese Hintergrundbelastungen können daher auch nicht durch lokale Maßnahmen reduziert werden. Hohe Hintergrundbelastungen und eher globale Phänomene wie der saure Regen sind oft durch diese industriellen Emissionen aus hohen Schornsteinen verursacht. Die Verordnung zu nationalen Emissionshöchstmengen zielen auf großräumige Emissionsreduzierungen ab.

Die Luftqualität ist auf der Europäischen Ebene durch eine Reihe von Initiativen und Richtlinien zur Reduzierung von Emissionen und zur Verbesserung der Luftqualität geregelt (siehe die weiterführenden Links). Der 6. Umweltaktionsplan und dessen thematischen Strategien ist die politische Antwort auf diese gesellschaftlichen Probleme. Das Programm Clean Air for Europe (CAFE) innerhalb des 6. Umweltaktionsplanes hat die Strategie für eine weitere Reduktion der Luftverschmutzung und ihrer Auswirkungen entwickelt und die Grundlagen für eine neue Luftqualitätsrichtlinie geschaffen. Die sogenannte CAFE-Richtlinie (2008/50/EC) wurde am 21.5.2008 veröffentlicht und führt frühere Regelungen zu einer Richtlinie zusammen. Die CAFE-Richtlinie definiert neue Grenzwerte für Feinstaub PM2.5 ändert aber nicht Grenzwerte die bisher geregelt waren. Jedoch gibt die Richtlinie den Mitgliedstaaten eine größere Flexibilität bei der Erreichung der Grenzwerte in Gebieten in denen deren Einhaltung problematisch ist. Die Frist zur Einhaltung des für PM10 Grenzwertes kann um drei Jahre, die Frist für Stickstoff Dioxid und Benzol kann um fünf Jahre verschoben werden. Die CAFE-Richtlinie definiert sowohl die regelmäßige Überwachung der Luftqualität durch Messungen und Berechnungen in Gebieten mit mehr als 250.000 Einwohnern als auch die Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit über die Luftqualität und die Verpflichtung zur Entwicklung von Aktionsplänen zur Verbesserung der Luftqualität.






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